Vorbild und Nachahmung

Das Prinzip von Vorbild und Nachahmung bezeichnet Rudolf Steiner als die „Zauberworte“ der Erziehung für die ersten Lebensjahre. Hierbei erstreckt sich die Vorbildfunktion der Erzieherinnen nicht nur über das reine Handeln, sondern auch ihre Lebenshaltung, Sprache, Körperhaltung – die gesamte Persönlichkeit dient dem Kind als Vorbild.

Ein Kind gibt sich ganz seiner Umgebung hin. Die Erzieherinnen in der Waldorfstube achten deshalb besonders drauf, dass sie sich mit sinnvollen, dem Alltag entspringenden Tätigkeiten (wie z.B. Fegen, Häkeln, Kochen …) beschäftigen und den Kindern den Mitvollzug, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, ermöglichen. Dies wirkt sich ordnend auf die Gefühls- und Gedankenwelt des Kindes aus. Die Aktivitäten ergeben sich aus dem tatsächlichen Lebenszusammenhang und werden nicht als künstliche Beschäftigung „übergestülpt“.

Ebenso positiv wirkt sich die liebevolle Beziehung zu den Mitmenschen und zu den Dingen aus, die von den Erzieherinnen mit ihrem Verhalten vorgelebt werden.

So ist die Erziehung immer auch Selbsterziehung – die Kinder brauchen keine „fertigen“ Erwachsenen, sondern erfreuen sich besonders an der authentischen experimentierfreudigen und lebensbejahenden Erzieherpersönlichkeit, die sich selbst noch in einem Entwicklungsprozess befindet und sich als Lernende begreift. Das Kind fühlt die Lebensfreude und Heiterkeit des Erwachsenen mit.

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